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Montag, 2. September 2019

Klimaschutz konkret

Für einen ökologischen Stadtteil ohne Restriktionen

Steve Wasyliw bei der Vorstellung der Initiative. Bild: K. Ehmke, NW Bielefeld

Die CDU Schildesche stellte der Presse die Initiative "Klimaschutz konkret - für einen ökologischen Stadtteil ohne Restriktionen" vor. Lesen Sie selbst den Bericht von Hendrik Uffmann vom Westfalen-Blatt, 29.08.2019:

Grüne Dächer, Sonnenkraft, Stromsparen

CDU Schildesche will Initiative »Klimaschutz konkret« in die Bezirksvertretung bringen

Wenn es um Klimaschutz geht, soll Schildesche in Bielefeld Vorreiter sein – unter anderem mit begrünten Dächern an Haltestellen, einem Masterplan für Nachforstung und mehr Fotovoltaik auf den Dächern. Anstoßen will dies die Schildescher CDU mit einer Anfrage in der nächsten Bezirksvertretungssitzung am Donnerstag kommender Woche.

»Uns ist bewusst, dass wir von Schildesche aus nicht den Klimaschutz für ganz Bielefeld oder Deutschland regeln können. Aber wir können vor Ort zeigen, was besser geht und an öffentlichen Stellen vorangehen«, sagt Steve Wasyliw, CDU-Vertreter in der Schildescher Bezirksvertretung. Ziel dabei sei es, den Stadtteil ökologischer zu machen ohne Restriktionen für die Bürger.

Fünf Punkte umfasst das Konzept, das als Anfrage in der Sitzung am 5. September (17 Uhr, Kleine Mensa der Martin-Niemöller-Gesamtschule, Apfelstraße 210) auf der Tagesordnung steht und das Wasyliw am Mittwoch schon einmal vorgestellt hat.

Begrünte Bushäuschendächer

Eine Anregung dafür kommt aus der niederländischen Stadt Utrecht, die die Dächer ihrer Bus- und Bahnhaltestellen begrünen möchte. »Zählt man die Dachflächen aller Haltestellen einschließlich der großen Dächer an den Stadtbahnen in Schildesche zusammen, ist dies eine enorme Fläche«, sagt Wasyliw.

Gepflanzt werden könnten dort unter anderem Mauerpfeffer und Hauswurz – robuste und anspruchslose Pflanzen, die aber große Mengen an CO2 und Feinstaub binden können. »Laut Aussagen in Utrecht werden in der Umgebung einer begrünten Haltestelle 80 Prozent dieser Stoffe gebunden«, so Wasyliw. Außerdem böten die Pflanzen Nahrung für Insekten und würde bei hohen Temperaturen dafür sorgen, dass sich die Luft in den Wartehäuschen deutlich weniger aufheizt.

Die Kosten für die Begrünung seien überschaubar, so der CDU-Politiker. »Ein Wartehäuschen kostet 2000 Euro, die Bepflanzung 200 Euro.«

Masterplan Nachforstung

Mehr Grün soll es in Schildesche nach dem Konzept auch durch einen »Masterplan Nachforstung« geben. Denn nicht für jeden Baum, der in den Parks des Stadtbezirks gefällt werde, werde auch ein neuer gepflanzt. Wasyliw: »Gut wäre ein Ausgleich eins zu eins oder sogar eine größere Anzahl an Neupflanzungen.«

Gründächer und Photovoltaik

Dritter Punkt: Es soll geprüft werden, auf welchen städtischen Gebäuden in Schildesche Gründächer oder Photovoltaikanlagen vorhanden sind und wo diese nachgerüstet werden können. Zumal begrünte Dächer nicht wesentlich teurer, dafür aber deutlich weniger wartungsintensiv seien. Private Investoren fragten nach diesen Möglichkeiten, die Stadt könnte dadurch Vorbild sein.

Stromsparen durch Ampelabschaltungen

Strom gespart werden könne – Punkt Vier – , indem einige Ampeln des Stadtbezirks nachts ausgeschaltet werden – besonders wenig frequentierte Bedarfsampeln etwa zwischen 22 und 6 Uhr. Bei der Ersparnis werde es keinen »riesigen Effekt« geben, aber auch hier könne die Stadt eine Vorreiterrolle einnehmen.

Renaturierung von Bachläufen

Punkt fünf auf der Liste ist schließlich die Renaturierung von Bachläufen in Schildesche für mehr Artenvielfalt und auch, um die angrenzenden Häuser bei Starkregen besser zu schützen.

Viele trauten der CDU nicht zu, solche Themen aufzugreifen, räumt Steve Wasyliw ein. Aber konservativ zu sein bedeute auch, zu bewahren, »und das gilt auch für die Umwelt«.

Kommentar:

Wer aktuell in der Politik punkten will, der kommt um das Thema Klimaschutz nicht herum. Teils führt dies dazu, dass Akteure von der öffentlichen Diskussion getrieben werden, anstatt sachlich und nüchtern zu analysieren, was notwendig und möglich ist. Was unter dem Strich zählt, ist jedoch das Ergebnis. Und sich Gedanken zu machen, wie auch im Kleinen etwas für dem Umwelt- und Klimaschutz in der Stadt getan werden kann, ist ganz sicher nicht verkehrt. Der Schildescher CDU ist es dabei gelungen, mit ihrer Initiative Maßnahmen aufzuzeigen, die unkompliziert und auch zu vertretbaren Kosten umzusetzen sein dürften. Aus politischer Sicht hat der Fünf-Punkte-Plan den Vorteil, dass er keinem Bürger wehtut, weil er für niemanden Einschränkungen bedeutet. Dass die vorgeschlagenen Maßnahmen in ihrer Wirkung begrenzt sind, ist den Christdemokraten dabei klar. Aber aufzuzeigen, wie die Stadt an manchen Stellen mit gutem Beispiel vorangehen kann, ist ein vernünftiger Ansatz. Und wenn sie auch nur einen kleinen Beitrag leisten, ohne dabei immens teuer zu sein, dann ist die Initiative eine gute Sache. Hendrik Uffmann


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